| Bericht |
| Showdown im Kemptener Steinbruch: 49. Deutsche
Minigolf-Meisterschaften in Kempten- St. Mang Kempten- Als "Showdown im Kemptener Steinbruch" bezeichnete das Landsberger Tageblatt die diesjährigen Deutschen Minigolfmeisterschaften in Kempten. Ein richtiger Showdown wäre es auch geworden, wenn das Wetter mitgespielt hätte. Trotz Regen können sich die diesjährigen Titelkämpfe sehen lassen. Es herrschte unter anderem eine gewaltige Medienpräsenz, wie sie sonst im Minigolfsport nicht üblich ist: Interviews im regionalem Radio RSA, Bericht im regionalen Fernsehen und tägliche Berichterstattung in vielen überregionalen Zeitungen. Auch die DPA berichtete von der DM. Zudem war die Anlage im Steinbruch auch optisch in einem hervorragenden Zustand. Trotz des schlechten Wetters hat dies manchem Teilnehmer ein "Ah und Oh" entlockt. Nicht zu vergessen der gute Sport der geboten wurde. Wie wäre dies wohl mit dem angekündigten "Alt-Weiber-Sommer" gewesen? Ja - gespielt wurde auch. Und wie. Bereits in den Seniorenkategorien wurde toller Sport gezeigt. Der Mannschaftswettbe-werb war vom ersten Tag an nicht an Spannung zu überbieten. Dies zeigt auch die Ergebnisliste: Der Erste (Wanne-Eickel - 441 Schläge) ist vom Fünften, dem VfM Berlin nur durch 11 Schläge getrennt. Auf dem 2. Platz folgte Bad Kreuznach (444) vor dem favorisierten Team aus Bergisch Gladbach (446). Die gastgebende Mannschaft der MSG Ammersee-Allgäu (451) - immerhin Titelträger 2001 - erreichte den 4. Platz. Wenige Teilnehmerinnen traten bei den Seniorinnen an. Die Altersklasse II gewann Annemarie Barschdorf (Gelsenkirchen) vor Regina Landefeld (Hamm) und Marianne Quade (Bad Salzuflen). Marianne hatte von dem fünfjährigen Tobias - den sie ins Herz geschlossen hatte - wohl einiges abgeschaut. Zu einem Sieg für die Gastgeber kam es bei den Seniorinnen der Altersklasse I. Hildegard Widmair gewann überlegen vor Rosemarie Mordhorst und der Klubkameradin Sigrid Leuchtenberger (beide VfM Berlin). Starke Konkurrenz bei den Senioren AK II. Der Bad Kreuznacher Helmut Heilig gewann mit 147 Schlägen. Über Platz 2 musste ein Stechen entscheiden. Dabei war Norbert Weis (Berg. Gladbach) vor Werner Reimer (Gelsenkirchen) erfolgreich. Zu einem Kampf der Giganten kam es bei den Senioren AK I. Bei den langjährigen Topstars Karl-Heinz Pindor und dem Nationalspieler Dirk Czerwek war dies auch zu erwarten. Nur "grüne Runden" waren das Ergebnis. Mit seiner langjährigen Routine setzte sich Karl-Heinz (135) vor Dirk (139) durch. Auf dem 3. Platz folgte Jörg Rainer Kindt (141). Ein 27-er-Schnitt, bei Regen, ist aller Ehren wert. Selbst der 12.-Platzierte hatte noch einen "grünen" Schnitt. Ein dramatisches Ende gab es bei den Damen. Christiane Wamboldt (MSK Olching) führte bereits in der ersten Runde. Doch Sabrina Heinrich (Bad Kreuznach) zeigte ihr Kämpferherz und erreichte mit einer 27 in Runde 5 noch das Stechen. Dieses musste bei strömenden Regen durchgeführt werden. Doch die Veranstalter waren nicht dumm und überdachten Bahn 1 mit drei Zelten. So kam es zu einem regulären Ausgang des Turniers. Die überglückliche Sabrina Heinrich verließ das Stechen als Siegerin. Christiane Wamboldt (früher Blum) hat so auf ihren größten Erfolg gehofft und wurde am Ende Vizemeisterin. Nicht vergessen sollte man, trotz der Dramatik, die Dritte Claudia Wittke (Arheiligen). Bei den Herren gehörte Markus Obeth, inzwischen MSC Bensheim, zu den Favoriten. "Obi" als Deutscher Meister sollte das wahr werden? Den Platz kannte er sehr gut, obwohl man ihn im Training nicht sah. Er hatte vergessen bei seinem Arbeitgeber Urlaub anzumelden. In den Vorbereitungsturnieren (Ostereierturnier und Kempten Open) wurde er von den Gastgebern auf die undankbaren Plätze verwiesen. Doch die DM sollte sein Turnier werden. Doch begonnen hat alles ganz anders. Siegfried Richter (MSK Olching) führte mit 50 Schlägen nach dem ersten Tag ganz überlegen. Doch der Siggi zeigte Nerven. Eine 72-er-Doppelrunde folgte am 2. Tag. Damit war er "weg vom Fenster" und der Durchmarsch von "Obi" konnte seinen Lauf nehmen. Mit 27-28-26-24-26 wurde er auf der Anlage seines "Sponsors" Deutscher Meister. Das sind eben Geschichten, die das Leben schreibt. Auf dem 2. Platz folgte Andreas Wittke vom 1. MGC Köln. Als Dritter auf das Podest kam Martin Stöckle (Kiel). Nachdem es der Wettergott es mit dem Veranstalter nicht gut meinte, musste nach 5 Runden abgebrochen werden. Eine souveräne Leistung zeigte dabei der Oberschiedsrichter Ernst Böhm. Er nutze jede spielbare Minute, bis spät in die Nacht, um diese DM durchführen zu können. Am Samstag fand im "Klecks am Hofgarten" der Abschlussabend statt. Nachdem alle dem Aufruf gefolgt waren, wurde es etwas eng - aber gemütlich. Eine Deutsche Meisterschaft in Kempten bedeutet zwar immer viel Regen, aber auch Gemütlichkeit, gutes Essen und viel Herz. |
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