Schimmelbildung und Luftfeuchtigkeit

Wie bildet sich Schimmel in der Wohnung?

Wir Menschen fühlen uns wohl, wenn die Luftfeuchtigkeit einen gewissen Wert nicht unterschreitet und haben so doch noch etwas mit unseren entferntesten Verwandten gemeinsam. In der Natur schätzen wie sie, die Mikroorganismen, die den ökologischen Kreislauf aufrechterhalten, abgestorbene Materialien aufbrechen und so für die Wiederverwertung verfügbar machen. Leider sind wir uns mit ihnen nicht immer eins, was denn nun abgestorben sei und was durchaus noch Bestandsrecht hat. Unsere Wohnung zum Beispiel, die uns Obdach und Geborgenheit bietet, möchte wohl keiner vorzeitig dem ökologischen Kreislauf zur Verfügung stellen.

Dennoch werden Mikroorganismen, wie Schimmelpilze, plötzlich zu ungewollten Mitbewohnern. Ab einer Luftfeuchtigkeit von 80% können wir mit ihnen rechnen, wobei sie bei der Temperatur sehr viel weniger wählerisch sind als wir. Alles zwischen 0° und 50° C ist ihnen recht. Dazu noch etwas Nahrung wie Holz, Tapeten, Haare, Hautschuppen oder Lebensmittelreste und schon haben wir bleibende Gäste gewonnen.

Mit Hilfe ihrer Stoffwechselprodukte richten sie sich dann eine gemütliche Umgebung ein, denn der Schimmelpilz mag es leicht sauer, weshalb er sich auch gut auf Brot und Joghurt vermehrt. Eine Luftfeuchtigkeit von 80% in Wohnräumen entspricht jedoch (zum Glück) nicht der Normalität und entsteht nur bei destruktiver Nutzung des Gebäudes oder unter bestimmten klimatischen Bedingungen.

Klima im Allgäu und der Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit

Luftfeuchtigkeit ist ein relativer Wert und immer abhängig von der Temperatur. Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme, was mit der Entstehung des Kondenswassers im Kühlschrank deutlich wird. Feuchte Luft in Wohnräumen lässt sich imberge im allgäu Allgemeinen sehr einfach durch ausreichende Belüftung vermeiden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Umgebungsluft nicht, trotz hoher Temperatur, eine große Menge an Wasser gespeichert hat. In einem solchen Fall würde die relative Luftfeuchtigkeit im kühleren Wohnraum, wie in einem Kühlschrank, ansteigen. Schwüle Wetterlagen sind hierfür ein Beispiel.

Im Gebirge ist eher das Gegenteil der Fall. Durch den geringeren Luftdruck kühlt die aufsteigende Luft ab und mit ihr das Vermögen Wasser aufzunehmen, was zwar zu einer erhöhten relativen Luftfeuchtigkeit führt, aber auch zu einem geringeren Kühlschrankeffekt in den Innenräumen. Jedoch birgt die relativ feuchte Luft ein Risiko der Schimmelbildung in den kühleren Teilen der Gebäude, wie Außenwänden oder einem undichten Dachstuhl. Besonders in Zeiten mit nur wenigen Regen freien Tagen können Gemäuer nicht ausreichend abtrocknen und Schimmelbildung wird immer wahrscheinlicher.

Wie kann Schimmelbildung in der Wohnung vermieden werden?

Durch die klimatischen Bedingungen im Allgäu ist ein baulich intaktes Gebäude, in das keine Feuchte von außen eindringen kann, Voraussetzung für ein Schimmel freies Wohnen. Doch auch das beste Gemäuer ist nicht effektiv, wenn der ungebetene Gast durch eine falsche Nutzung der Wohnräumen zum bleiben eingeladen wird. Durchschnittlich verbraucht ein Bundesbürger 121 Liter Wasser am Tag, das meiste davon in den eigenen vier Wänden. Feuchtigkeit ist also ein gewollter, temperatur wird gemessenallgegenwärtiger Begleiter unseres täglichen Lebens. Ein besonders hoher Wasserverbrauch findet in der Küche und dem Badezimmer statt.

Kochen und heißes Duschen begünstigt die Entstehung von Wasserdampf, der sich dann an den kühleren Wänden niederschlägt. Eine regelmäßige Belüftung oder der Einsatz von einem Luftentfeuchtungsgerät ist hier absolutes Muss. Eine gute Isolation der Wände verringert nicht nur die Heizkosten, sondern schützt auch vor kalten Wänden und verringert so das Entstehen feuchter Stellen. Genauso wie Wind die Wäsche schneller trocknen lässt, verkürzt eine gute Zirkulation der Raumluft das Vorhandensein unvermeidlicher Feuchtstellen. Die korrekte Platzierung der Heizkörper, nämlich an der kühlsten Stelle des Raumes, kann hier Wunder bewirken.

Werden nicht alle Räume einer Wohnung bewohnt, ist es dennoch ratsam ein zu starkes Abkühlen des Leerstandes zu vermeiden, denn auch hier entsteht die Gefahr von kühlen Wänden mit einem feuchten Mauerwerk und Schimmelbildung als Folge. Noch einmal zur Erinnerung: Im Gegensatz zu Bakterien lässt sich der Schimmelpilz durch Kälte nicht vertreiben.